Haidhauser Stubnmusi, so hat's angefangen

Haidhauser 1700 Pixel
„25 Jahr beinand“,

so heißt unsere vierte CD und im Jahr 2015 waren es bereits 40 Jahre, dass wir musikalisch tätig sind.
Gegründet wurde die Haidhauser Stub’nmusi 1975 im Salesianum in Haidhausen.
Aus den Anfängen sind heute noch Edith und Christine dabei. Seit 1997 spielt Renate mit, 1998 kam Robert dazu,  2001 Gerd und seit 2015 ist Rene dabei.
Einmal in der Woche wird geprobt und anschließend sitzen wir noch bei einer gemeinsamen Brotzeit gemütlich zusammen.
Wir spielen echte bayerische Volksmusik sowie festliche Menuetts der klassischen Literatur: Unser umfangreiches Repertoire lässt jeden Auftritt, zu einem abwechslungsreichen und gelungenen Erlebnis werden.


 Hoagart'n

Früher hat man sich abends nach getaner Arbeit mit Nachbarn und Freunden vor einem Bauernhaus, also eben im Heimgarten, zu Ratsch und Tratsch, zu Musik und Tanz, getroffen, man ist "heimgartln" gegangen. 
In der kälteren Jahreszeit, insbesondere zwischen Kathrein (25.11.) und Aschermittwoch, fanden diese ungezwungenen Zusammentreffen in der "Gunklstubn" statt. Die Bezeichnung "Gunkl, Gunggel, Kunkel usw." stammt möglicherweise aus dem romanischen, denn der Spinnrocken heißt französisch "quenoille" und italienisch "conoccia". In der "Gunklstubn" haben die Frauen gesponnen, gestrickt, gehäkelt oder genäht, die Männer - wie beim "heimgarteln" - geratscht, Karten gespielt oder Musik gemacht.
Neben den Wirtshäusern waren die "Heimgarten" die dörflichen Mittelpunkte aller öffentlichen und privaten Vergnügungen. Hier wurden nicht nur die wichtigsten dörflichen Ereignisse besprochen, sondern vor allem die Geschlechter durch Scherz und Tanz brauchnormiert und damit sozial kontrolliert im Umgang miteinander eingeübt und nicht selten auch Ehen angebahnt. Kein Wunder also, dass hierbei manches geschah, was den Unwillen der Obrigkeit hervorrief. Schon 1553 gebot die Landesordnung vergeblich, "die Gunckel und Rockenraisen nit mehr zu gestatten". 1635 wetterte ein Mandat Kurfürst Maximilians I. gegen Unsittlichkeit beim "Heimgartengehen, Gunkeln und Fensterln". Dennoch hat sich der Brauch über die Jahrhunderte hinweg erhalten. Die Musikgruppen sind nicht ausgewählt oder bestellt, es gibt kein Programm und kein Honorar, aber dafür geht im Lauf des Abends - wie es halt früher im Wirtshaus der Brauch war - ein Sammelteller für die Musikanten um. Und nicht selten wird auch heute noch bei diesen "Hoagart'n" gestrickt oder gehäkelt. "Hoagart'n" heisst es übrigens nur zwischen Isar und Lech. "Hoagascht" im Leitzachtal. "Hoangart'n" zwischen Inn und Salzach, "Raingart'n" an der Unteren Donau und im Bayersichen Wald und "Hoimgarta", "Huigarte", "Huigert" sind verschiedene schwäbische Mundartformen des gleichen Begriffs.


(Quelle: "Heut geh'n ma hoagart'ln". Zum 100. Boarischen Hoagart'n des Kulturreferats. Volksmusik in München, H. 14, München 1990)
 

Hackbrett
Das Hackbrett ist ein sehr altes Instrument, die älteste Abbildung fand man in Persien. In der Schweiz kennt man es seit dem 16. Jahrhundert. Man sagt Zigeuner hätten dieses Instrument mitgebracht. Die Hackbrettform ist weltweit ungefähr die Gleiche, nämlich ein Trapez. Das ist auch das Prinzip vom Hackbrett, lange Saite = tiefer Ton, kurze Saite = hoher Ton. Dadurch ergibt sich die Trapezform. Man unterscheidet das diatonische Hackbrett, in Bayern auch Zimbal genannt, und das melodieführende chromatische Salzburger Hackbrett. Im 18. Jahrhundert zählte Hans Kurz in Berchtesgaden zu den bekannten Hackbrettmachern. Jedoch kein Instrument dieses Meisters ist erhalten. Tobi Reiser hat das Hackbrett wieder zu einem Bestandteil unserer Volksmusik gemacht und neue Zusammen-stellungen von Instrumenten erprobt und mit diesen neuen Klängen die Musik vergangener Zeiten mit dem Musizieren von heute verbunden.

(Quelle: Hans Riedl und Max Reitner)
 

Harfe
Die Harfe gehört zu den Chordophonen, genauer zu den Zupfinstrumenten. Sie ist eines der ältesten Musikinstrumente der Menschheit und kam bereits um etwa 4000 v. Chr. in Mesopotamien und Ägypten vor.

Unter den drei Grundtypen der Zupfinstrumente (Harfen, Zithern und Lauten) ist die Harfe charakterisiert als ein Instrument, bei dem die Saiten senkrecht (Winkelharfe) oder abgeschrägt an der Resonanzdecke ziehen. Die Konzertharfe als größte Vertreterin ihrer Art ist mit etwa 180 cm Höhe und bis zu 40 kg Gewicht eines der größten und schwersten Orchesterinstrumente.
 

(Quelle: Wikipedia)
 

Zither
Die Zither ist ein Zupfinstrument und zählt zu der Familie der Saiteninstrumente (Chordophone). In seinen Ursprüngen ein Volksmusikinstrument der Alpenländer, hielt sie im ausgehenden 19. Jahrhundert Einzug in die Salons des europäischen Bürgertums. Nach den Weltkriegen wurde die Bauweise der Zither innovativ weiterentwickelt, bis hin zu dem heutigen Konzertinstrument mit Ambitionen in der historischen Aufführungspraxis und in der zeitgenössischen Musik.

(Quelle: Wikipedia)

Akkordeon
1833 brachte C.W. Meisel ein Akkordeon nach Klingenthal, das von W. Thie aus Wien gebaut worden war und er auf einem Jahrmarkt in Brunnswick gefunden hatte. Einige Jahre später begann Charles Messner in Trossingen sogenannte „Mundoalinen" zu bauen, die eine Art Harmonika waren. 30 Jahre später entwickelte Matthias Hohner (ein Uhrmacher) einen internationalen Herstellungsbetrieb. 1862 hatte Klingenthal bereits über 20 Akkordeonhersteller und 1903 öffnete die Hohner Akkordeon Werkstatt. 1905 exportierte Deutschland 35.220 Akkordeons nach Frankreich und es gab 35 Hersteller.

Trossingen ist ein kleines Dorf im Schwarzwald. Es war einer der ersten Orte, wo Akkordeons mit frei vibrierenden Stimmzungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hergestellt wurden. 1903 begannen sie Akkordeons herzustellen und 1910 war Hohner der größte Hersteller der Welt. Sogar heute ist die Akkordeonherstellung der Mittelpunt der ganzen Stadt.
Das Hohner Sinfonie Orchester wurde von Hermann Schittenhelm (geb. 1893) gegründet . Einer seiner Schüler: Rudolf Wurthner (geb. 1920) wurde sein Nachfolger als Lehrer und Leiter des Orchesters. Beide schrieben Übungs- und Konzertstücke für das Akkordeon.

(Quelle: Akkordeon Weltweit)

Gitarre
Die Gitarre (von griechisch κιθάρα, ursprünglich die Kithara, ein leierartiges Instrument) ist ein Musikinstrument aus der Familie der Kastenhalslauten, hinsichtlich der Tonerzeugung ein Saiteninstrument, von der Spieltechnik her ein Zupfinstrument.
Hinsichtlich der Tonerzeugung wird zwischen akustischen und elektrischen Gitarren unterschieden.
Nylonsaiten finden bei der klassischen Gitarre und bei der Flamenco-Gitarre Verwendung. Stahlsaiten werden bei der Westerngitarre und bei der E-Gitarre eingesetzt. Die unter den Saiten im Korpus montierten elektromagnetischen Tonabnehmer funktionieren nur mit Stahlsaiten wegen derer magnetischen Eigenschaften. Darmsaiten bestehen aus Tierdarm. Sie wurden jedoch von der Nylonsaite abgelöst. Eine neue Form sind Carbonsaiten, die eine gute Alternative zu Nylonsaiten darstellen.
Die sechs verschieden dicken Saiten der traditionellen Gitarre sind meistens auf E – A – d – g – h – e’ gestimmt (Standardstimmung). Jede Saite klingt somit eine Quarte, das heißt fünf Halbtonschritte, höher als die darüber liegende Saite. Eine Ausnahme ist die h-Saite, die eine große Terz und damit vier Halbtonschritte höher als die darüber liegende g-Saite klingt. Es gibt verschiedene Merksprüche für die Standardstimmung, wobei die bekannteste lautet:

  • (die) Erste Auf Der Gitarre Heißt E (Situation und Text und daher auch die Assoziation passen)

(Quelle: Wikipedia)

Kontrabass
Der Begriff Bass bezeichnet in der Musik streng genommen nichts weiter als eine Ton- oder Stimmlage (wie TenorBaritonAlt oder Sopran). Umgangssprachlich wird er jedoch als Synonym für unterschiedliche Instrumente dieser Tonlage verwendet, d. h. jenen Instrumenten, die in einer Gruppe von Musikern die Basslinie übernehmen, den Bass als ein bestimmtes Instrument gibt es nicht. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind damit jedoch – geprägt durch die moderne Unterhaltungsmusik (JazzRockPop, etc.) – meist Instrumente gemeint, die mit dem Kontrabass verwandt sind (E-Bassakustische Bassgitarre). In unterschiedlichen musikalischen Umfeldern können jedoch auch andere Instrumente, wie die Tuba bei den Blechbläsern, als Bass bezeichnet werden. Auch Sänger mit der Gesangsstimme Bass werden so bezeichnet.

(Quelle: Wikipedia)
 

Gstanzl'n
Gstanzln sind vier- oder mehrzeilige Reime, die früher bei verschiedenen Tänzen oder in geselliger Runde und damals auch nahezu ausschließlich von den Burschen gesungen wurden. Meist handelte es sich um einen kurzen Spaß- oder Spottgesang. Je nach Herkunft und Melodie werden die Gstanzln anders genannt: Schnadderhüpfl (v.a. in der mittleren Schweiz, Schwaben, Elsaß, Thüringen, Obersachsen, und Schlesien).

(Quelle: von Helmut Zenz SDB)
 

Maria Lichtmess (2. Februar)
Zu Maria Lichtmess (früher: Mariä Reinigung) am 2. Februar ("februare" für lat. reinigen) werden die Tage spürbar länger. Die Tiere beginnen aus dem Winterschlaf zu erwachen, auf Spaziergängen zeigen sich Schneerosen und die Schneeglöckchen tragen ihren zweiten Namen "Lichtmess-Glöckchen" nicht umsonst.
Traditionellerweise wird spätestens jetzt die Krippe abgebaut und der Christbaum aus der Wohnung entfernt. Vor der Christianisierung war Maria Lichtmess als keltisches "Imbolc"-Fest der Göttin Brigid gewidmet. Die Vertreterin des Element Feuer wurde als Schutzgöttin des neugeborenen Lebens, der Schmiede, der Heiler und Dichter verehrt. Traditionellerweise feierte man Imbolc am 1. Februar als Frühlingsbeginn und Wiederkehr des Lichts mit stillen Reinigungszeremonien. Aus Imbolc wurde Maria Lichtmess - ein kirchliches Fest der Kerzenweihe am 2. Februar. Nach Bibel-Überlieferung mussten Maria und Josef ihren Sohn Jesus durch die Übergabe von zwei Tauben an die Priester im Tempel auslösen. Das sollte die Mutter Gottes 40 Tage nach der Geburt von der - nach strenggläubigen Vorstellungen - "Unreinheit" des Gebärens befreien.
Wie auch immer... einst wie jetzt ist Maria Lichtmess ein Anlass zur Reinigung, zum Aufräumen, Fasten und zur Klärung der Gedanken. Ob man die Weihnachtssachen verräumt, den Inhalt des Kleiderschrankes reduziert oder neu ausmalt - vor der "eigenen Tür kehren" tut körperlich und geistig gut. Denn es entsteht Platz für Neues und frische Luft zum Atmen. Der Lichtmess-Tag war früher das Ende des ländlichen Arbeitsjahres, an dem man den Dienstgeber wechselte ("schlenggeln") und zumindest das Gefühl haben konnte, das eigene Leben in der Hand zu haben.

(Quelle: enjoyliving.at)
 

Georgi (23. April)
Schutzpatron der Pferde
Am 23. April hat der heilige Georg, der erste unter den vierzehn Nothelfern, seinen Tag. Die Überlieferung berichtet, der heilige Georg habe unter dem römischen Kaiser Diokletian um das Jahr 300 den Märtyrertod erlitten. Zum Reiter und Drachenkämpfer wurde er erst in der Legende des 12. Jahrhunderts. Die Ritter wählten ihn zu ihrem Schutzherrn und deshalb sind die mittelalterlichen Burgkapellen in der Regel dem heiligen Georg geweiht. Als Reiter wurde der heilige Georg auch zum Schutzpatron der Pferde; ihm zu Ehren veranstaltete man früher an vielen Orten Pferdeumritte. Am Georgstag steckte der Bauer in aller Frühe die "Georgikreuze" auf seine Felder und Wiesen. Aus dem geweihten Holz vom Karsamstag, einem Palmzweig und einem kleinen Ast vom Segensbaum wurden kleine Kreuzl zusammengefügt. Gleichzeitig sprengte der Bauer auch Osterwasser auf seine Fluren. Wehe dem, der bei der Ernte das Georgikreuz unachtsam abmähte! Ihm war nach altem Glauben der Tod sicher. Weil der heilige Georg auch als Wurmpatron galt, hütete man sich an diesem Tag zu mähen oder zu flicken. Sonst bekam man den gefürchteten "Wurm" an dem Finger, wenn man sich mit der Nadel verletzte. Der Georgstag war als Frühlingstermin einer der festen Zeitpunkte im bäuerlichen Jahr für Zahlungen, für Wechsel und Umzug des Gesindes.

(Quelle: Konnzeller Kronik)
 

Walpurgisnacht (30. April)
Die Walpurgisnacht ist ein traditionelles europäisches Fest am 30. April. Sie erhielt ihren Namen nach der Heiligen Walburga, deren Gedenktag bis ins Mittelalter am Tag ihrer Heiligsprechung am 1. Mai gefeiert wurde. Als Tanz in den Mai hat es wegen der Gelegenheit zu Tanz und Geselligkeit am Vorabend des Maifeiertags auch als urbanes, modernes Festereignis Eingang in private und kommerzielle Veranstaltungen gefunden. Traditionell gilt die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai als die Nacht, in der die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg (eigentlich Brocken), aber auch an anderen erhöhten Orten ein großes Fest abhalten. Diese Vorstellung ist beeinflusst von den Beschreibungen des Hexensabbat in der Literatur des 15. und 16. Jahrhunderts.
Das Hexenfeuer (auch Hexenbrennen, Maifeuer, Tanz in den Mai genannt) wird in weiten Teilen Deutschlands gefeiert. Dazu wird am 30. April ein Feuer entfacht, mit dem man „die bösen Geister“ vertreiben will. Dies wird bis spät in die Nacht gefeiert. Ist das Feuer etwas heruntergebrannt, findet in einigen Gegenden der Maisprung statt, ein Brauchtum, bei dem es üblich ist, dass Verliebte gemeinsam über das Maifeuer springen. Auf dem Hexenfeuer stehen gelegentlich hölzerne „Hexen“, die meist von der Jugend angefertigt worden sind. In den Schweizer Alpen haben sich sogenannte Tanzbödeli erhalten. Das sind Orte, an denen sich während der Calvinisierung trotz 150-jährigen Musik- und Tanzverbots die Jugend traf, um heimlich zu feiern. Heutzutage hat diese Tradition jedoch nur noch wenig mit Aberglauben oder Hexenverbrennung zu tun, sondern ist mehr als Volksfest anzusehen.

(Quelle: Wikipedia)
 

Sankt Florian (4. Mai)
Patron gegen Feuersnot
Auf den 4. Mai trifft das Fest des heiligen Florian. Auch dieser Tag war früher ein Bauernfeiertag. Der heilige Florian wurde um das Jahr 304 in dem österreichischen Fluß Enns ertränkt. Deshalb wurde er zum Schutzpatron gegen Feuersnot. Früher gab es fast in jedem Bauernhaus ein Bild vom heiligen Florian, auf denen er als römischer Krieger mit einem Wasserschiff dargestellt war. Denn die Feuersgefahr war auf dem Land schon immer groß. Nicht selten stand unter einem Florianbild ein sinniger Spruch. Früher hielten viele Feuerwehren zu Ehren ihres Schutzpatrons am Florianstag Feiern. Man trat zuerst zum gemeinsamen Gottesdienst an, darauf folgte ein fröhlicher Trunk.

(Quelle: Konnzeller Kronik)
 

Die Eisheiligen (11.-15. Mai)
Je nach Region werden die "Eisheiligen" Pankratius, Servatius und Bonifatius auch "die drei Gestrengen", "Eismänner" oder "gestrenge Herren" genannt. Gemeint ist die letzte mögliche Kälteperiode mit Nachtfrostgefahr um Mitte Mai - was der Vorsichtige weiss und den Leichtsinnigen (nachher) ärgert. "Die Eisheiligen abwarten" sagen erfahrene Gärtner, das heisst, mit dem Auspflanzen von Sommerblumen und der Aussaat von empfindlichen Sämereien bis Mitte Mai abzuwarten. Früher schützte man die Gärten, Äcker und Weingärten mit zu dieser Zeit entzündeten Feuern, um diese durch den Rauchnebel, der sich über die Blüten und Triebe legte und die Wärme vor Frost zu schützen. Langjährige Wetterbeobachtungen zeigen jedoch, dass ein Temperatursturz häufig erst um den 20. Mai auftritt.
Stimmen etwa die Eisheiligen heute nicht mehr ?
Des Rätsels Lösung findet sich in der Geschichte unseres Kalendersystems: 1582 hat Papst Gregor VIII. eine Kalenderreform veranlasst, wodurch die Unterschiede des Julianischen Kalenders zum Sonnenjahr weitgehend korrigiert werden konnten. Der Tag der "Kalten Sophie" (15. Mai) lag vor der Reform auf dem Tag, der Heute dem 22. Mai entspricht. Mit den Auswirkungen der Eisheiligen ist deshalb in der Zeit vom 19. bis zum 22. Mai zu rechnen. In Norddeutschland wird noch Mamertus (11. Mai) und in Süddeutschland Sophia dazugezählt.

(Quelle: Bauernregeln)
 

Die Schafskälte (um den 11. Juni)
Ein Witterungsregelfall, der statistisch eine unglaublich hohe Eintreffwahrscheinlichkeit von 89 Prozent hat, ist die sogenannte Schafskälte um den 11. Juni . Damit sind empfindlich kühle, wechselhafte und oft auch regenreiche Tage gemeint, die sich nach einer ersten sommerlich warmen Witterungsperiode Ende Mai meist noch vor Mitte Juni einstellen. Die Schafskälte ist in weiterem Sinne ein wenig mit dem indischen Sommermonsun vergleichbar und ist deswegen nach einem Singularitätenkalender für Deutschland in der Tat auch unter dem Begriff "Monsunwelle" bekannt.
Eine typische Schafskälte braucht eine kühle und feuchte Nordwestströmung. Bei einer "richtig echten Schafskälte" , wie sie zum Beispiel im Jahre 1998 aufgetreten ist, fallen die durchschnittlichen Temperaturen auf etwa 5 - 10 Grad ab.
Die Schafskälte kommt so regelmäßig, dass sie sich in langjährigen klimatologischen Durchschnittsdaten nachweisen lässt, wenn man für Juni statt ein Monats- ein kürzeres Pentadenmittel (penta=fünf) der Temperatur bildet. Der Temperaturabfall um den 11. Juni ist auf den Kuppen der Mittelgebirge , die ja naturgemäß einige 100 bis 1000 m vom erwärmten Tiefland weg in die kühle freie Atmosphäre hineinragen, wesentlich schärfer ausgeprägt als im Tiefland. Der Name "Schafskälte" soll an die frisch geschorenen Schafe erinnern, denen die kühlen Temperaturen um den 11. Juni durchaus gefährlich werden können.

(Quelle: Bauernregeln)
 

Siebenschläfer (27. Juni)
Siebenschläfer am 27. Juni ist ein Tag mit großer Bedeutung für das Wetter des Jahres. Auch zu diesem Tag gab es eine Fülle von Bauernregeln, die in Abhängigkeit vom Wetter am Siebenschläfertag das Wetter für die kommenden Wochen zu bestimmen versuchten. So heißt es etwa: "Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, so regnets vier ganze Wochen". Man konnte also nur hoffen, daß am Siebenschläfertag schönes Wetter war, so brauchten die Bauern sich nicht um ihre Ernte zu sorgen.
Meist verbinden die Menschen den Siebenschläfer mit dem gleichnamigen Nagetier, was allerdings ein Irrglaube ist. Seinen Namen hat dieser besondere Tag nämlich von einer alten Legende.
Dort heißt es, daß sieben Brüder bei der Christenverfolgung im römischen Reich durch Kaiser Decius im Jahre 251 sich in einer Höhle bei Ephesus versteckten und in einen tiefen Schlaf verfielen. Erst ca. 200 Jahre später genau im Jahr 446 soll die Höhle dann entdeckt worden sein und die sieben Brüder aus ihrem Schlaf aufgewacht sein. Sogar die Namen der Brüder sind uns überliefert: Johannes, Serapion, Martinianus, Dionysius, Constantinus, Maximus und Malchus. So die Legende. Wetterstatistiken zeigen, daß es sich nicht nur bei der Geschichte um die sieben Brüder sondern auch bei der Vorhersage des Wetters in Abhängigkeit zum Wetter am Siebenschläfertag nur um eine Legende handeln kann.

(Quelle: Bauernregeln)
 

Die Hundstage (23. Juli - 24. August)
Mit Schatten suchenden Vierbeinern haben die Hundstage im Hochsommer nur indirekt zu tun: "Hundstage" ist die Bezeichnung für eine Schönwetterperiode, die nach dem Hundsstern Sirius, der Anfang August mit der Sonne auf- und untergeht, benannt wurde. Sie hat sich im Lauf der Jahrhunderte etwas verschoben, denn heute liegen sie meist schon in der Julimitte. Während des Zeitraums der Hundstage liegt in der Regel ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa, welches sehr heißes Wetter mit sich bringt und sie zu den heißesten Tagen des Jahres macht.
Die Hundstage gehen bis auf das alte Ägypten im 2. Jahrtausend v. Chr. zurück und bezeichneten dort die "Rückkehr" des Fixsterns Sirius, Hauptstern im Sternbild Großer Hund, an den Morgenhimmel. Sie sind daher ursprünglich keine meteorologische Singularität, sondern ein astronomisches Ereignis. Nachdem Sirius zuvor wochenlang unsichtbar mit der Sonne am Tageshimmel stand, konnte er an den Ufern des Nils gegen Ende der ersten Julidekade erstmals in der sich erhebenden Morgendämmerung wieder erspäht werden. Das gleiche Ereignis wurde später von den Griechen als "heliakischer Aufgang" bezeichnet, was so viel wie "mit der Sonne" bedeutet.
Allgemein glaubt man, Sirius ist für die Hitze verantwortlich. Das ist aber ein Irrtum. Lediglich fällt der Aufgang des Sirius mit der Sonne zusammen. So erkannten bereits die alten Griechen klar, dass Sirius nicht die Ursache der sommerlichen Hitze ist, sondern dass der Hauptstern des Großen Hundes rein zufällig in der heißesten Jahreszeit mit der Sonne aufgeht.

(Quelle: Bauernregeln)
 

Altweibersommer
Gemeint ist mit dem Begriff "Altweibersommer" aber kein Sommerwetter für ältere Frauen. Der Ursprung dieser Bezeichnung führt weit in die Vergangenheit

(Quelle: Bauernregeln)
 

Thomasnacht (21. Dezember)
Der bluadige Thamerl
Seit der Einführung des Gregorianischen Kalenders ist der 21. Dezember der Tag mit der längsten Nacht im Jahr. Die Kirche hat das Fest des heiligen Apostels Thomas auf diesen Tag gelegt. Als "bluadiger Thamerl" spielte der heilige Thomas früher als Schreckgespenst für die Kinder eine ähnliche Rolle wie die heilige Luzia. Er erschien am Vorabend vor den bäuerlichen Stuben und flößte wie die Luzia den Kindern Furcht ein. In manchen Gegenden des Bayerischen Waldes reckte der "bluadige Thamerl" ein blutbesudeltes Bein zur Stube herein, die er aber nicht zu betreten wagte. In anderen Gegenden schwang er einen blutigen Hammer und drohte den bösen Kindern damit. Ob sich dieser hammerschwingende "Thamerl" von dem altdeutschen Donnergott Donar ableitet oder nicht, ist nicht gewiß. Jedenfalls hat sich auch mit der Verehrung des heiligen Thomas die Vorstellung an eine vorchristliche Schreckgestalt der Winterszeit verbunden. Daß man gerade an diesem Tag die Kinder mit blutrünstigen Märchen schreckte, hängt sicher auch damit zusammen, daß der Thomastag früher Schlachttermin war.

(Quelle: Bauernregeln)
 

Rauhnächte (24. Dezember bis 5. Januar)
Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der Familie gelebt.
Diese Rauhnächte gingen immer von Nacht zu Nacht. Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der "Mutternacht" bis 24.00 Uhr am 25. Dezember - das war die erste Rauhnacht. "Nacht" deswegen, weil wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden. Somit ist der ganze Tag "Nacht". Und die letzte Rauhnacht endet um 24.00 Uhr am 5. Januar. Diese Nacht ist wieder eine besondere Nacht, die Perchten-Nacht. Danach ist dann . Es gibt also 12 Rauhnächte !
Die Alten benutzten jede dieser Rauhnächte für einen Monat des Jahres zum Deuten und Orakeln. Somit steht die erste Rauhnacht für den Januar, die zweite für den Februar und so fort. Sie beobachteten alles: Wetter, wie das Essen geschmeckt hat, ob gestritten wurde oder ob es friedlich zuging. Ob an diesem Tag alles glatt lief oder es Probleme gab. Und wenn ja, welche Probleme usw. Alles, auch das noch so unwichtige, hatte eine Bedeutung. Und wer es verstand, der konnte den dazugehörigen Monat im Vorhinein deuten. Man konnte das Ganze auch noch weiter diferenzieren. So waren immer zwei Stunden einer Rauhnacht stellvertretend für einen kommenden Monat. Die ersten beiden Stunden von 0.00 Uhr bis 2.00Uhr in der Nacht standen immer für den Januar, die nächsten zwei für den Februar und so fort bis zu den letzten beiden Stunden, die für den Dezember standen. Und das jeden Tag.
Dann gab es besondere Tage, wie der 28. Dezember und der 5. Januar. Diese Tage waren geeignet, alles wieder aufzulösen und zu erlösen. Angenommen, man hatte die ersten drei Tage nur Streit, das Wetter war grauenvoll usw., dann hatten man am 28. Dezember, dem Tag der Kinder - die Möglichkeit - alles wieder gut zu machen und aufzulösen. Dazu war es wichtig, sich alles nochmal genau vorzustellen und dann in weißes Licht zu tauchen oder in violettes und es verwandeln zu lassen in etwas positives. Das gleiche konnte man am Ende auch nochmal machen - also am 5. Januar. Drum wurden diese Rauhnächte vorsichtig und wachsam begangen, da sie das ganze kommende Jahr in sich bargen und jeder selber dafür verantwortlich war, wie er die Weichen stellte.

(Quelle: Bauernregeln)
 

Perchten
Perchten sind im alpenländischen Brauchtum vorkommende Gestalten, die vor allem im Dezember und Januar auftreten. Ihr Name leitet sich vermutlich von der Sagengestalt der Perchta ab. Eine andere Theorie zur Namensgebung geht davon aus, dass sich der Begriff von Epiphanias, dem Dreikönigsfest am 6. Januar, ableitet.

Die Perchten verkörpern allgemein zwei Gruppen, die „guten“ Schönperchten, und die „bösen“ Schiechperchten (obdt. schiech, ausgesprochen schiach, betont auf i: hässlich, schlimm, böse). Wichtiges Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der nach populärer Deutung der Winter – bzw. die bösen Geister des Winters – ausgetrieben werden soll (Winteraustreiben, bzw. Austreiben des alten Jahres). Der Besuch von Perchten wird bisweilen im Volksmund als glücksbringendes Omen hochgehalten. Inwieweit das Perchtenlaufen wirklich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist umstritten

Lärmende Umzüge mit Masken dämonischer Weiber, heidnische Göttinen sowie wilder und zahmer Tiere werden, gemeinsam mit anderen Sitten und Gebräuchen, zu den Kaiendenfeiern (römische-germanische Neujahrs- und Weihnachtsfeste) schon um 500 n. Chr. von Caesarius von Arles beschrieben. So wird die Percht auch mit der Wilden Jagd in Verbindung gebracht. Die Bezeichnung Percht entwickelt sich jedoch erst später heraus. Im 11. Jahrhundert wurde in den Mondsseer Glossen die Bezeichnung Giperchtennacht erwähnt, die von Johann Andreas Schmeller und Jacob Grimm als Übersetzung des griechischen Wortes Epiphanie (althochdeutsch strahlend) interpretiert wird. Mit der fortschreitenden Christianisierung im Alpenraum zu Beginn des Mittelalters wurde die Percht dann zunehmend als Gestalt der Domina Perchta oder auch Frau Welt mit den sieben Hauptlaster in Verbindung gebracht. 1729 bringt Christian Gottlob Haltaus den Prechtag mit einer Göttin Precha in Zusammenhang.

(Quelle: Wikipedia)